Nostradamus
Bis heute gilt der Saloner Michel Nostradamus aus der Renaissance-Zeit als einer der größten Seher aller Zeiten, obwohl bis heute noch praktisch keine seiner Prophezeiungen eindeutig entschlüsselt werden konnte.
Geboren wurde er eigentlich unter dem Namen Michel de Nostredame am 14. Dezember 1503 in Saint-Rémy-de Provence als Erstes von insgesamt 17 Kindern des Elternpaares Reynière und Jaumes de Nostredame, dem königlichen Notar und Amtsvorsteher im Ort. Der Familienlegende nach waren beide Großväter Leibärzte des als „le bon roi“ bekannten Königs René von u. A. Jerusalem. Beide Familienwurzeln entspringen vermutlich aus dem Judentum und konvertierten zum Katholizismus. Nostradamus erkrankte spät an Wassersucht und verstarb am 2. Juli 1566 an einem Gichtanfall.
Nostradamus begann ein Studium der Medizin welches er aufgrund der wütenden Pest unterbrechen musste und zwischenzeitlich als Apotheker arbeitete. Später nahm er es wieder auf, es ist jedoch umstritten, ob er es auch tatsächlich abschloss. Als gesichert gilt jedoch, dass er längere Zeit Pestkranke z. T. erfolgreich behandelte und sich einen guten Ruf erarbeitete. Dieser bröckelte jedoch nach dem Tod seiner ersten Familie an einer unbekannten Infektionskrankheit. Während der Bekanntschaft mit dem berühmten Humanisten Julius Scaliger lernte er seine zweite Frau kennen, mit der 6 Kinder zeugte, darunter auch sein Lieblingsfilius César, dem er einen Brief in der ersten Veröffentlichung seiner Prophezeiungen widmete. Dem Vermögen seiner Frau hatte er es zu verdanken, sich gänzlich seinen Studien und der Veröffentlichung von jährlichen Almanachen widmen zu können. 1555 veröffentlichte er den ersten von insgesamt 3 Teilen seiner „Propheties“ – seinem Lebenswerk. Zwei Jahre später den zweiten Teil. Die Erste gesicherte Gesamtausgabe mit knapp 1000 Prophezeiungen, verfasst in rätselhaften Vierzeilern, die nach eigenen Angaben bis ins Jahr 3797 reichen sollen, erschien jedoch erst nach seinem Tod im Jahre 1568.
Zwar gibt es einige Verse, in denen manche Forscher eindeutige Ereignisse erkennen wollten, wie beispielsweise im sogenannten „Turniervers“, jedoch fehlt es meist an einer wissenschaftlichen Systematik. Es wird oft einfach „ins Blaue hinein“ interpretiert. Glaubt man seinen Worten, und interpretiert diese richtig, dürfte die Menschheit in knapp fünf Jahrzehnten endlich den Zugang zu seinen Prophezeiungen erlangen und aus ihnen lernen können.
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